1. Gründung und rascher Aufstieg (1863/1864)
Die Gründer: Die Fabrik wurde von den Unternehmern J. A. Wiersdorff (Dahlenwarsleben), K. F. Hecker (Halberstadt), J. C. A. Reinhardt (Ochtmersleben) und F. Schaffenger (Halberstadt) ins Leben gerufen.
Baubeginn und Start: Der Bau begann 1863, und bereits 1864 nahm die Fabrik ihren Betrieb auf. Sie stand anfangs in Konkurrenz zu einer kleineren Fabrik im Ort (Kloster Gröningen), die sich jedoch nicht halten konnte und 1876 schloss.
Technologischer Vorreiter: Zwischen 1876 und 1879 galt sie als die größte und am besten ausgerüstete Zuckerfabrik in der preußischen Provinz Sachsen. Beispielsweise wurde hier 1875 die erste Zentrifuge mit unterer Entleerung eingesetzt. Für die Maschinen setzte man unter anderem auf die namhafte Braunschweigische Maschinenbau-Anstalt (BMA).
2. Wirtschaftliche Bedeutung und Infrastruktur
Infrastruktur: Wegen der enormen Mengen an transportierten Zuckerrüben, Kohlen und fertigem Zucker erhielt die Fabrik einen eigenen Bahnanschluss. Zudem besaß das Werk eine eigene Gasanstalt zur Beleuchtung.
Kapazität: Auf dem rund 3,6 Hektar großen Betriebsgelände wurden in Spitzenzeiten bis zu 900 Tonnen Zuckerrüben pro Tag verarbeitet. Sie war über Jahrzehnte hinweg der größte Arbeitgeber der Stadt Gröningen.
3. Das Ende nach dem Zweiten Weltkrieg
Enteignung und Demontage (1945/1946): Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Unternehmen im Zuge der sowjetischen Besatzung enteignet. Die Fabrik wurde 1946 komplett als Reparationsleistung für die Sowjetunion demontiert.
Verlust der Arbeitsplätze: Durch den Abbau der Maschinen und Anlagen verloren rund 700 Menschen ihren Arbeitsplatz. Pläne für einen größeren, moderneren Wiederaufbau wurden in der DDR-Zeit letztlich nie realisiert. Die verbliebenen Gebäude wurden danach von kleineren Betrieben genutzt, die nach der Wende (zwischen 1989 und 1992) abgewickelt wurden.
Hier (51.932594, 11.217007) wurde das folgende Bild festgehalten.